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Inhalte - Die Liberalen und die Autoritären

Positionen:


1. Die drei Leitwerte Freiheit, Ordnung und Gleichheit unterscheiden sich in ihrem Verhältnis zur Macht.

2. Die Leitwerte Ordnung und Gerechtigkeit fordern auf zum Machterwerb. Die Möglichkeit, ein Ordnungs- oder Gerechtigkeitsmodell durchzusetzen, ist um so größer, je mehr Machtmittel vorhanden sind. Der Leitwert Freiheit fordert Machtverzicht. Er verpflichtet, nur das unumgänglich notwendige Maß an Macht über die Bürger anzustreben, soviel gerade, um das Funktionieren einer freien Gesellschaft zu sichern.

3. Der Machtorientierte versucht, gesellschaftliche Zustände, die seinen Wünschen entsprechen, zu verfestigen. Der Liberale will die dauerhaft offene Gesellschaft. Er hat begriffen, dass sich Bleibendes nur schaffen lässt, wo die Möglichkeit zu organischem Wandel besteht.

4. In der offenen Gesellschaft hat die Art und Weise des Handelns einen höheren Stellenwert als das Ziel. Für den Liberalen gibt es keinen guten Zweck, den ein unfaires Mittel heiligen könnte.

5. Das unterschiedliche Verhältnis zur Macht und die daraus resultierende unterschiedliche Politik widerlegen das übliche Parteien-Bezugssystem. Die Links-Rechts-Einteilung ist falsch. Der entscheidende Schnitt zwischen den politischen Kräften - überall und zu allen Zeiten - trennt nicht links und rechts, sondern freiheitlich und autoritär. Die Unterschiede zwischen den linken und rechten Autoritären sind geringer als die Unterschiede zwischen den Autoritären und den Liberalen.

6. Die liberale Partei erzwingt durch Koalitionen eine Politik des Ausgleichs, indem sie den nichtliberalen Partner hindert, seiner autoritären Neigung nach links oder rechts zu folgen. Aber sie ist nicht die Mitte. Sie ist neben den autoritären Angeboten, die Probleme zu lö-sen, das freiheitliche Angebot. Der Bürger muss sich entscheiden.